2019/12: Catherdal Creek - Silverfox Roadhouse

  Etappe 2019/12 [A074]

Cathedral Creek - Silverfox Roadhouse  (Alaska Highway)

105 km
400 Hm (garmin edge 1000)

 

 

 

 

 



Mit dem Fahrad von Whitehorse über den Top of the World Highway nach Anchorage.
 
 
Mit dem Fahrrad über den Alaska Highway.
Gestern war das Wetter top, heute eher Flop.        
 
Mit dem Fahrrad über den Alaska Highway Richtung Norden.
Der Alaska Highway zwischen Tok und dem nördlichen Ende bei Delta Junction verläuft abschnittsweise geradeaus. Und mit geradeaus meine ich wirklich geradeaus: Über 20 km / 12 mi verläuft die Straße schnurgerade. Man schaut ewig lange auf das selbe Bild am Horizint, das nur langsam näher kommt. Eine Brücke ist da schon eine angenehme Abwechslung.    
 
Mit dem Fahrrad über den Alaska Highway Richtung Norden.
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Mit dem Fahrrad über den Alaska Highway Richtung Norden.
Brücke über den           
 
Mit dem Fahrrad über den Alaska Highway Richtung Norden.
Auch auf der heutigen Etappe hat der Alaska Highway einen geraden Verlauf, die Straße wurde entlang einer Linie gebaut. Am Horizont zeichnet sich bereits früh die Stahlkonstruktion der Black Veterans Memorial Bridge ab, aber bis wir dort ankommen dauert es noch eine gefühlte Ewigkeit. Die Brücke wurde 1944 errichtet und 1993 den schwarzen Veteranen gewidmet, die am Bau des Alaska Highways beteiligt waren.
Ich frage mich, wieso eine Brücke 1993 ausdrücklich den schwarzen Veteranen gewidmet ist. Aus heutiger Sicht unvorstellbar aber wahr: Die US Army hat beim Bau des Highways (der damals noch ALCAN Alasca-Canada Highway genannt wurde) mit dem 93ten, 95ten und 97ten Engineer General Service Regiment drei sogenannte African-American Regiments eingesetzt, diese aber getrennt von den weißen Soldaten eingesetzt. Der Rassismus jener Tage hat die Armee dazu veranlasst, die vermeintlich minderwertigen schwarzen Soldaten nur außerhalb der Siedlungen einzusetzen und von der Bevölkerung fernzuhalten. Auf dem Highway haben die schwarzen Regimenter sich durch ihre harte Arbeit schnell einen Namen gemacht, ihre Leistung stand in keiner Weise hinter der der weißen Soldaten zurück, so wurde z. B. innerhalb von 72 Stunden eine Holzbrücke über einen reißenden Fluss errichtet, was im Vorfeld als unmöglich angesehen wurde. Anerkannt wurde die Leistung in der Öffentlichkeit nie. Noch in einer 1988 ausgestrahlten Fernsehdokumentation über den Bau des Alaska Highways erschien im Bildmaterial kein einziger afroamerikanischer Soldat, alles nur weiße Gesichter., obwohl ein Drittel der Soldaten Afroamerikaner waren. Vor dem Hintergrund erscheint es mir als durchaus richtig und wichtig, der Leistung der am Bau beteiligten schwarzen Veteranen mit der Widmung einer Brücke zu würdigen. Besser spät als nie.     
 
Mit dem Fahrrad über den Alaska Highway Richtung Norden.
Nach 86 km überqueren wir den Gerstle River auf der Black Veterans Memorial Bridge. Direkt hinter dem Fluss liegt links von uns das Gelände der ehemaligen Gerstle River Test Site, einer Einrichtung der US Army, in der der Einsatz von chemischen Kampfstoffen unter arktischen Bedingungen getestet wurde. Seit den 50 Jahren wurden hier chemische Kampfstoffe, Nervengifte wie Sarin und biologische Kampfstoffe wie etwa das Bakterium Francisella Tularensis, dass die beim Menschen mitunter tödlich verlaufende Krankheit Tularämie (Hasenpest) auslöst, erprobt. In den frühen 70er Jahren wurde die Anlage geschlossen, das Gelände gereinigt. Gründlich und zuverlässig. Die Reinigung erfolgt so gründlich und zuverlässig, dass dem State Department of Environmental Conservation 2018 Zweifel an der Gründlichkeit der Reinigung des Geländes kamen und eine erneute Untersuchung zur Belastung des Geländes gestartet wurde. Offensichtlich sind in der Dokumentation zu den durchgeführten Arbeiten besorgniserregende Lücken festgestellt worden. Wie dem auch sei: für uns ist es kein geeigneter Ort zum Übernachten, gezeltet wird hier besser nicht.      
 
Mit dem Fahrrad über den Alaska Highway Richtung Norden.
Wir übernachten heute im Silverfox Roadhouse. Wenn es draußen so richtig kalt ist und man durchgefrohren reinkommt in die Hütte, dann gibt es nichts schöneres als einen warmen Kamin. Der Inhaber des Roadhouses (Stand 2019) ist sehr freundlich und hilfsbereit, als Fahrradfahrer ist man willkommen. Das war in Chicken nicht ganz so.